Lieber sicher und frohen Herzens in der Heiligen Stadt ankommen

Nachdem ich bei meinem albanischen Freund ausgestiegen bin, habe ich zuerst meine Geschichte geschrieben. Anschliessend habe ich die Lage einmal begutachtet und einen spontanen Entschluss gefasst. Das tue ich mir nicht an. Der Verkehr war unerträglich und zum Ende hin noch die Gesundheit und vor allem meine gute seelische Verfassung aufs Spiel zu setzen, darauf kann ich gerne verzichten. Eigentlich sollte auf dieser Strasse ein Verbot für Fussgänger bestehen. Ich verstehe sowieso nicht, wie man auf einer Schnellstrasse seine Wanderschuhe spazieren führen kann. Bei uns zu Hause an der Arlberg-Schnellstrasse

Irgendwann ist genug gepilgert

Die Herberge, in der ich übernachte, ist nicht gerade ein Highlight. Nicht sehr gepflegt und sauber. Aber was soll’s. Als ich dort ankomme, steppt so richtig der Bär. Ein Gruppe Mädels und Buben geniessen hier ihren Musikunterricht. Mit grossem Eifer wird die Tonleitet rauf und runter gespielt. So wie ich den Leiter verstehe, verbringen sie hier ein Musiklager. Das kann schön laut werden. Jedenfalls mache ich mich auf eine eher unruhige Nacht gefasst. Ich weiss noch wie es bei uns in den Schullagern zu und her ging. Da brauchten die

Lukullische Genüsse und wunderschöner Pilgerweg

Liebe Leute, eines kann ich euch sagen. Ich gelte als ziemlicher Feinspitz und esse nun wirklich nicht alles. Andere behaupten, ich sei einfach heikel. Das stimmt so aber nicht. Wenn ich was esse, soll es einfach gut zubereitet sein. Es muss auch keine Gourmetküche sein. Wichtig sind nur gute Zutaten und viel Liebe beim Kochen. Dann gibt es auch etwas lukullisches auf dem Teller. Jedenfalls kehre ich in der Trattoria La Sferad D’Oro in Sutri ein. Unglaublich lecker. Ich esse Ravioli con Radicchio e Gorgonzola mit einer richtig leckeren Soße

Irgendein Weg führt immer nach Rom

Viterbo ist nicht meine Stadt. Irgendwie finde ich mich gar nicht zurecht. Es hat immer wieder mal eine Bar oder Ristorante, aber den wirklichen Kern der Stadt finde ich nicht. Also beschränke ich mich aufs Schreiben, was auch nicht einfach ist. Für das Uploaden der Bilder braucht man eine Internetverbindung und die ist ziemlich schlecht. Wenn man pro Pic zehn Minuten braucht, ist es nicht mehr so witzig. Dafür ist das Zimmer bei einer religiösen Einrichtung super. Einzelzimmer mit Dusche und sogar ein wenig geheizt für nur 21 Euro inklusive

Ein Bad im Nebelmeer und Partytime im Kloster

  Wenn einer in Pilgerherbergen übernachtet, darf er nicht immer mit dem vollen Service rechnen. Das ist auch ok so, da die meisten nicht als Hotel betrieben werden und zudem sehr günstig sind. Gestern wurde mir erstmals vorgeschrieben, wann ich spätestens im Hause zu sein habe. Der Zapfenstreich erfolgt um neun Uhr. Danach ist Schluss mit lustig und es darf ein anderes Schlafplätzchen gesucht werden. Nicht das ich nächtelang um die Häuser ziehe, aber es erzeugt einen gewissen Druck. Die Freiheit ist nicht mehr grenzenlos. Jedenfalls schaffe ich es fast

Kaffeekränzchen mit den Nonnen

Der gestrige, freundliche Empfang der Schwestern war wirklich lässig. Zwei ältere Nonnen, schätzungsweise 90 Jahre alt und gut 30 Zentimeter kleiner als ich, luden mich zu Kaffee und Kuchen ein. Sie wollten alles von mir wissen, woher ich komme, wohin ich gehe, was ich sonst so alles tue. Schwierige Unterhaltung, da sie nur Italienischen parlierten. Ich setzte mein bestes Baustellen-Italienisch ein und redete mit Händen und Füssen. Cool war es trotzdem. Diese Freude der Schwestern an Neuem trotz ihres Alters spüren zu dürfen. Da kann ich auch für mich etwas

Von Oliven und netten Signoras auf dem Pilgerweg

Verzeiht mir, dass ich mich erst heute wieder zu Wort melde. Denn ich habe mir gestern einen faulen Tag gegönnt. Das heisst, ich spüre meinen Fuss und will nichts riskieren. So kümmere ich mich um die Wäsche, schau mal in der Farmacia vorbei und zieh mir ein Fussballspiel und das Formel 1 – Rennen rein. Ziemlich langweiliger Tag. Aber es muss so sein. Ich möchte gesund nach Hause kommen. Das mit der Farmacia ist auch eine nette Geschichte. Solche spielen sich nur auf Pilgerwegen wie dem Via Francigena ab. Die

Kalte Nacht und schönes Wetter erwarten mich

Abbadia San Salvadore ist eine nette kleine Stadt mit einem uralten Stadtkern, der viel Charme versprüht. Ich geniesse den Abend. Es ist eiskalt hier oben. Deshalb gehe ich etwas essen. Es gibt eine Pizza Quattro Formaggi mit Salame Piccante. Damit mir warm wird, wird kräftig mit Pfeffer und vor allem Peperoncino nachgewürzt. So ein richtiger Scharfmacher. Es graut mir ein wenig vor dem Schlafen. Die Herberge ist picobello in Schuss. Sauber und es hat alles was es braucht. Nur etwas nicht, Wärme. Da diese Unterkunft abseits des offiziellen Weges ist,

Landschaft wie von Gottes Hand gemalt

Auch heute hatte ich wieder eine geruhsame Nacht alleine in der Pilgerherberge. Richtig schön war es, sogar mit Heizung. Was selten der Fall ist. Am Abend gönnte ich mir noch ein richtig gutes Essen. Pappardelle al Chinghiale. Das liebe ich, bekomme ich zuhause nur, wenn ich selber koche. Jedenfalls war es sehr lecker und ich genoss noch die Abendstunden. Pilgerbegegnungen im Ostello Als ich mich im Ostello eingeschrieben habe, trifft auch Margrethe, meine Pilgerfreundin aus Kanada ein. Sie braucht ein paar Informationen. Kurze Zeit später trifft eine jüngere Pilgerin ein.

Nebelschwaden, Sonne und ein wenig Pilgerblues

Gestern hatte ich nochmals richtig Glück. Ausser mir war nur ein weiterer Pilger in der Herberge und es gab genügend Zimmer, so dass ich alleine in einem Raum übernachten konnte. Es war zwar kein Highlight. Aber ganz ok. Jedenfalls kommt mein Mitbewohner aus Deutschland und geht von Rom aus nach Santiago. Da er mit Zelt und zwei Schlafsäcken und sonstigem Material pilgert, hat er ein Pilgerwägelchen mit dabei, das er hinter sich herzieht. Zudem natürlich noch einen Rucksack auf dem Buckel. Ich gehe mal davon aus, dass er ziemlich viel