Start in ein neues Pilgerabenteuer

Church

Gestern ging es endlich los. Ich machte mich auf die Via Lemovicensis. Dieser Jakobsweg gehört zu den vier klassischen Jakobswegen durch Frankreich und führt nach Saint-Jean-Pied-de-Port. Er besticht durch seine Ruhe und ist noch nicht überlaufen. Aller Anfang ist nicht immer leicht. So reise ich mit Flixbus von Innsbruck über München nach Paris und danach weiter mit dem Zug nach Sermizelles-Vezelay. Vor allem die Fahrt von München nach Paris entpuppt sich als kleiner Horrortrip. Der Bus ist brechend voll, verspätet und zudem richtig dreckig. Das Klo stinkt bis zum Fahrgastbereich

Erstes Mal als Herbergspilger

Gestern Abend war es noch richtig nett. Ich habe mich wirklich getraut in eine Herberge zu gehen und mal nachzufragen wie das denn so ist. Für mich mehr oder weniger eine neue Erfahrung, weil ich das erst einmal in Spanien gemacht habe und dann erst noch ein Einzelzimmer bezogen habe. Also rein in die gute Stube und dann steht schon die Leiterin vor mir und lädt mich ein mich hinzusetzen. Eine charmante Frau mit dem richtigen Gefühl für verschlossene Pilger wie mich. Das Haus gehört zu den Franziskanerinnen. Am Tisch

Nette Begegnung unterwegs

Gestern Abend haben wir in einer ausgezeichneten Herberge in Le Chemin übernachtet. Wir waren wieder alleine und wurden von der Leiterin kulinarisch verwöhnt wie Gott in Frankreich. Drei Gänge Menue, ausgezeichnetes Frühstück und richtig gute Betten. Das haben wir uns ja auch verdient nach 26 Kilometern auf und ab. Pilgerei kann nass sein Am Morgen geht es dann weiter, wir sind uns nicht ganz einig. Ich möchte nur elf Kilometer gehen bis zum nächsten grösseren Dorf Corbigny, da ich noch nicht richtig warm gelaufen bin und Muskelkater habe. Gerhard will

Endlich bin ich frei

See

Es gibt Pilger und solche die es sein wollen. Ich habe wirklich einen solchen kennen gelernt. Für mich heisst pilgern Respekt gegenüber Land, Leuten, Umwelt und anderen Pilgern zu haben. Diesen lässt so mancher vermissen. Jedenfalls war ich die vergangenen Tage mit Gerhard unterwegs. Jeden Morgen führt er das Gleiche auf. Zwischen sechs und sieben klingelte sein Wecker. Das ist auch ok so, nur steht er nicht auf, sondern bleibt noch mindestens eine Stunde liegen. In dieser Zeit kommt im Viertelstundentakt die Weckwiederholung. Keine Chance für andere weiterzuschlafen. Heute in

Überraschung am Ziel

Garden

Gefroren, richtig kalt war es, trotzdem eine gute Sache für mich dieser Caravan. Endlich kann ich mal ausschlafen. Um halb Zehn stehe ich auf und sortiere meine Sachen. Nicht so einfach, es ist ziemlich eng. Draussen schaut es ziemlich düster aus – Regen ist angesagt. Ich besiege meinen inneren Schweinehund und schlüpfe in meine Pilgerkluft und schon geht es los. Es ist ein unspektakulärer Abschnitt – bei diesem Wetter sowieso. Also lauf ich los bis zum Einkaufscenter, kauf mir ein paar Beeren und was Süsses und gönne mir einen Kaffe

Heilige Bernadette sei gegrüsst

Hl. Bernadette

Endlich komme ich wieder in die Zivilation. Es geht auf nach Nevers, die Hauptstadt in diesem Departement und hat rund 40000 Einwohner. Die vergangenen Tage war ich in Ortschaften, wo sich höchstens Fuchs und Hase gute Nacht sagen. Alles geschlossen, keine Menschen auf der Strasse, ziemlich tote Gegend. Am Morgen trinke ich noch mit meinem neuen Freund Pierre einen Kaffee, den er für mich ausgibt und wir haben noch einen kurzen Plausch. Dann geht es los – es ist heute ein richtig guter Tag – schönes Wetter und eine kurze

Trostlose Dörfer begleiten meinen Weg

Statue

Bei der Heiligen Bernadette habe ich ausgezeichnet geschlafen. Die Heilige aus Lourdes hat ihre letzten Tage hier im Kloster St. Gildard verbracht, nachdem ihr der Rummel nach ihren Marienerscheinungen und Heilungen zu gross wurden. Ich glaube, sie hat mich zudgedeckt und über mich gewacht. Jedenfalls wache ich quickfidel auf und schau aus dem Fenster. Schönstes Wetter, viel Sonne – was will das Pilgerherz schon mehr. Also schnell hineien in meine Kluft und los gehts. Heute möchte ich nach Saint-Parize-le-Chatel gehen, ein kleines Nest rund 20 Kilometer von hier. Es geht

Netter Plausch am Abend

Cross

Nachdem ich gestern Abend nicht gerade wie Gott in Frankreich gespeist habe, wache ich ziemlich hungrig auf. Was solls, alles ist geschlosen. So gehe ich mit leerem Magen los. Es beginnt schon zu regnen. Für heute und die nächsten Tage ist ziemlich schlechtes Wetter angesagt. So nehme ich mir vor mindestens bis nach Le Veurdre zu gehen. Da habe ich provisorisch eine Pilgerherberge gebucht für 13 Euro. Vielleicht geh ich dann noch weiter. Mal schauen. Alleine im Doppelzimmer Die zehn Kilometer bewältige ich wie im Fluge, obwohl meine Füsse noch

Bei Wind und Kälte nach Valigny

Kühe

Bereits um halb neun geht dieser Krach los. Martine, die Herbergsmutti weibelt schon herum. Das ist der Nachteil von dieses Unterkünften. Ausschlafen gibt es nicht. Dabei gehe ich äusserst ungern vor zehn Uhr los. Das sind nicht meine Zeiten. Dafür habe ich ausgezeichnet geschlafen, das ist auch schon mal was. Die Holländerin ist mit ihrem Vierbeiner schon unterwegs, spätestens am Abend werde ich sie wieder in Valigny sehen. Heute stehen gute 22 Kilometer auf dem Programm. Der Wind bläst immer noch und es ist wirklich kalt. Höchstens zehn Grad –

Gastfreundschaft auf Französisch

Gastfreundschaft

Gestern Abend ging das Theater mit dem Essen weiter. Für 13 Euro bekam ich etwas vorgesetzt, dass ich unmöglich essen konnte. Das Geflügel schwamm in einer komischen cremigen Sauce, die richtig pappte. So ass ich nur die Bratkartoffeln und den Fruchtsalat aus der Büchse. Danach ging ich ins Bett. Schlafen ist angesagt, wenn man ein Hotelzimmer hat. Am Morgen werde ich von Sonnenstrahlen geweckt – endlich schönes Wetter. Es ist bereits zehn Uhr und ich habe wirklich göttlich geschlafen. So gehe ich ohne Frühstück los und treff vor dem Hotel