Auf gehts nach Lissabon

Gestern stand die Anreise zu meinem neuen Camino an. Zuerst mit dem Zug nach München und von dort aus weiter mit dem Flieger nach Lissabon. Wenn ich bereits um sechs Uhr aufstehen muss, bin ich eher ein bisschen muffig, das ist halt nicht meine Zeit. Wenn man Pilgern will, muss man da halt durch. Vor allem hatte ich zwei Tage lang ziemlich heftigen Durchfall und fühle mich am Morgen der Abreise zwar besser aber noch nicht wirklich gesund. So ist die Vorfreude auf das Pilgern noch nicht gross. In München

Pilgerei ist nicht immer einfach

Am Morgen früh dämmere ich endlich in den wohlverdienten Schlaf und erwache erst Stunden später. So starte ich wie gewöhnlich kurz vor elf zu meiner Pilgerei auf den portugiesischen Camino – auf portugiesisch Caminho Portugues. Da meine Unterkunft ziemlich weit vom Startpunkt entfernt liegt, darf ich zuerst einmal nach dem Weg suchen. Keine Vorbereitung heisst auch keinen Stadtplan zu besitzen. Das bedeutet für mich, Leute ansprechen und sie nach dem Weg zu fragen. Die schütteln immer nur verwirrt den Kopf und meinen, das sei viel zu weit und empfehlen mir

Frei wie ein Vogel geht es leichter

Nun bin ich glücklicherweise wieder frei wie ein Vogel und kann tun und lassen was ich will. Und die Wahrscheinlichkeit, dass ich diese Pilgerdame auf diesem Jakobsweg nicht mehr treffe ist gross. Am Abend geht bei mir nicht mehr viel, vor allem weil ich einen Fastentag einlege. Heute morgen bin ich schon kurz nach sieben wach und beschliesse aufzustehen. Der Hauptgrund dafür ist der Lärm vom Zimmer nebendran. Eine Pilgerin, die ich schon kenne, macht einen Radau sondergleichen. Manchmal denke ich mir, alle tun nur das was ihnen einfällt. Rücksichtnahme

Mit Frust am Jakobsweg unterwegs

Der Abend in Azambuja gestaltet sich schwierig. Ich habe seit zwei Tagen nichts gegessen und bin hungrig wie ein Wolf. Ausser ein paar Bars gibt es nichts. Und die haben nichts zu futtern ausser Chips. Das Problem ist, die Einheimischen bereiten sich auf ihr Dorffest vor. In den nächsten Tagen jagen sie Stiere durch ihr Städtchen. Das hat in dieser Region Traditon. Dabei wird der Stadtkern mit Gattern abgesperrt und jedes Viertel lässt einen Stier durch die Gassen streunen. Die Menschen stehen ausserhalb und hetzen die Tiere ein wenig herum.

Gute Zeit um Entscheidungen zu treffen

Geplant habe ich heute erst um zehn Uhr aufzubrechen. Bereits drei Stunden früher kitzelt mich die Sonne aus dem Schlaf. Also stehe ich auf und schaue, ob ich einen Kaffee bekomme. Frühstücken mag ich nicht, aber Koffein braucht ein Pilger wie ich. Dazu bekomme ich einen frischgepressten Orangensaft aus der eigenen Zucht von Paula. Die anderen zwei Pilger sind ebenfalls schon wach und geniessen genüsslich die selbstgemachten Marmeladen. Es ist ein guter Start in den Tag. Es kann nur besser kommen wie gestern. Kurze Etappe erwartet mich Es stehen heute

Geschnarche, Getrampel und süsse Früchtchen

Im Hostel, in dem ich übernachte, passt vieles. Ich habe ein Einzelzimmer, sehr klein, aber sauber und vor allem gut in der Innenstadt gelegen. Das stimmt mich positiv und auch den Abend geniesse ich noch ein wenig. Danach folgt jedoch der absolute Horror für mich. Das Zimmer ist so hellhörig, dass man das Geschnarche in den höchsten Tönen hört. Ohropax ist nichts für mich, damit kann ich leider nicht schlafen. So wälze ich mich in den Bettlaken herum. Wenig Schlaf bekommen Als ich endlich einschlafen kann, beginnt bereits das grosse

Fatima: Ziel für viele Pilger

Leider ist mein Knöchel ziemlich mitgenommen von den langen Etappen der vergangenen Tage. Er ist stark angeschwollen und ich kann nicht mehr auftreten. Deshalb bleibe ich für zwei Tage in Amiais de Baixo. Wie bereits berichtet im Hotel Amiribatejo. Die Chefin kümmert sich rührend um mich. So bin ich heute wieder fit und bereit weiter zu gehen. Das Ziel heisst Fatima und ist rund dreissig Kilometer entfernt. Ich breche um kurz vor neun auf und es ist bereits ziemlich warm. Immer wenn ich einen Ruhetag habe, bin ich am nächsten

Glücklich ist, wer pilgern darf

Man sollte immer die Route checken bevor man in das Pilgerabenteuer startet. Ich folge blind den gelben Wegweiser, die nach Santiago führen. Irgendwann merke ich, dass ich nicht auf dem richtigen Weg bin und mich verlaufen habe. Das heisst schon Richtung Santiago, aber auf der Radlerroute. Die ist viel weiter als die direkte Pilgerroute. Jedenfalls pilgere ich vor mich hin und überlege mir wie ich knapp vierzig Kilometer schaffen soll. Es ist brütend heiss und kein Lüftchen sorgt für Abkühlung. Die Landschaft ist zwar wunderschön, aber bei den Voraussetzungen sorgen

Championsleague, Musik und Abschied nehmen

Nachdem ich mir ein Cut an der Nase zugezogen habe, treffe ich mich mit meinen Pilgerfreunden Vanessa und Pierre. Mittlerweile habe ich sie wieder eingeholt und die Freude ist gross. Wir verbringen einen tollen Abend zusammen, essen und trinken etwas, und danach ist Championsleague Finale angesagt. Wir sind natürlich Liliputaner und hoffen auf den Sieg. Das Match ist nicht grossartig, aber wir amüsieren uns. Danach geht es direkt ins Bett. Die Nachtruhe ist aber kurz, da schon am Morgen früh Whatsapp Nachrichten kommen. Später klopft jemand vehement an der Tür.