Harziger Start im Aostatal

Pellegrino

Ich bin wieder unterwegs: Am vergangenen Samstag ging es los. Von Innsbruck weg nach Aosta. Dort starte ich zu meinem neuen Pilgerabenteuer. Nachdem Frankreich und der Jakob nicht so ganz meine Geschichte waren, versuch ich mich nun auf die Via Francigena. Dies ist der älteste bekannte Pilgerweg und beginnt im englischen Canterbury und führt über Frankreich, die Schweiz nach Italien in den Vatikan. Zuerst wollte ich in Lausanne starten und über den Grossen St. Bernhard gehen. Die Witterungsverhältnisse machten mir aber einen Strich durch die Rechnung. Auf dem Pass liegt

Pilgern macht endlich Spass

Pont-Saint-Martin

Die Sonne will es heute wirklich wissen. Bereits um sechs Uhr kitzelt sie mich aus dem Schlaf. Aber nicht mit mir, was soll ich zu dieser nachtschlafenden Zeit schon tun. Da gibt es nicht mal Kaffe zu trinken. Also dreh ich wieder um und schlummere weiter. Ein Stündchen später zieht es mich dann doch aus den Federn und ich mache mich mal taufrisch für einen weiteren Pilgertag. Dann zieh ich los und bevor ich wirklich meine Pilgergeschwindigkeit aufgenommen habe, kehre ich bei der ersten Bar zu. Cornetto Marmelatta, Cappucino und

Im Weingarten wird gebadet

Rebbau

Es ist wirklich unglaublich. Kaum bin ich auf dem Weg, stürmt schon ein junger Pilger an mir vorbei. Keine Ahnung, was der für ein Rennen gewinnen will. Natürlich bin ich nicht so schnell gestartet, aber trotzdem, das gibt mir echt zu denken. Das geht ja gar nicht. An zwei Tagen hintereinander. Ich glaube ich muss mir dringend einen neuen Plan ausdenken. Matteo heisst der Knabe Jedenfalls kommen wir miteinander ins Gespräch. Mein neuer Jäger heisst Matteo und stammt aus Paris. Zudem ist er ein Wahnsinniger – ein netter Wahnsinniger wohlverstanden.

Seenwanderung und ein Fussballfest

Campagna

Meinen Pilgerfreund von gestern treff ich heute nicht. Er wollte zwar auch nach Ivrea, aber das hat wahrscheinlich nicht geklappt. Egal, ich hatte gestern Abend eine wunderbare Pizza genossen. Wirklich erstklassiger Food. Schon lange nicht mehr in dieser Qualität gesehen. Heute geht es nach Viverone. Eine Strecke von etwa 25 Kilometer. Schon beim Start spüre ich, dass mein rechter Fuss nicht so richtig will. Trotzdem geh ich weiter. Zuerst raus aus der Stadt und dann in die Pampa – oder besser gesagt ins Mückenparadies hinein. Es ist richtig feucht und

Die ersten Reisfelder sind in Sicht

San Germano Vercellese

Wie ihr vielleicht bemerkt habt, zumindest diejenigen die öfters bei mir reinschauen, kam gestern nichts von mir. Ich habe schlicht und einfach blau gemacht. Da ich mit meinem Fussproblem nichts riskieren will, habe ich mich geschont. Was ziemlich langweilig war, dafür bin ich jetzt bei der Fussball-Weltmeisterschaft wieder voll dabei. Heute gehe ich weiter nach San Germano Vercellese – rund 27 Kilometer. Das ist wieder ein bisschen zu lang für mich, aber was solls. Heute treffe ich unterwegs auf die ersten Reisfelder. Italien ist der grösste Reisproduzent in Europa. Die

Frittierte Frösche und Unterkunftssuche

Cervelli

Am morgen wache ich auf und frage mich, wo bin ich hier nur. Ein Riesenlärm herrscht in meinem Zimmer. Ja klar doch, ich habe das Fenster offen gelassen, weil es so warm ist und das Zimmer keine Klimaanlage hat. Und unter meinem Fenster verläuft die Hauptstrasse, auf der sie mit Vollgas durchrasen. Deshalb bin ich schon um halb sieben Uhr morgens auf dem Weg. Heute geh ich rund 22 Kilometer nach Vercelli, einer grösseren Stadt. Unterwegs seh ich vor allem eines: Reisfelder. Es ist eine ziemlich monotone Geschichte, aber trotzdem

Herbergen und andere Katastrophen

Kanal

Diese Herbergsgeschichten sind für mich schon ein wenig gewöhnungsbedürftig. Gestern Abend war ich noch ein bisschen in der Stadt unterwegs und habe mir das Fussballspiel angeschaut. Danach bin ich zurück zur Unterkunft und wollte meine Tasche mit den Schreibutensilien in das Zimmer bringen. Ich geh rein und alle Mann liegen schon wie halbtote Fliegen in ihren Kojen. Es ist noch nicht mal zehn Uhr. Und das in Italien, wo die Nacht zum Tage wird. Ich versteh die Welt nicht mehr. Knallhartes Regime herrscht Also bin ich nochmals hinunter in die

Einbrecher und ein Tollpatsch

Fluss

Das ich als Tollpatsch unter den Pilgern gelte, ist ja nichts Neues. Gestern habe ich meinen Neidern wieder einmal Material geliefert. Im Eigeninteresse sollte ich nicht davon berichten. Aber ich erzähl es euch trotzdem, dann habt ihr vielleicht etwas zum Schmunzeln. Nachdem ich meinen täglichen Bericht in einem Cafe geschrieben habe, kehre ich am Abend zurück in mein schmuckes Albergo. Ich habe zwei Schlüssel bekommen, den einen für den Haupteingang, den anderen für das Zimmer. Also hinein in die Hütte, sie war noch geöffnet und hinauf in mein Zimmer. Schlüssel

Fussoperation wird nötig

Monument

Um sechs Uhr in der Früh wach ich auf. Hellwach bin ich, dabei könnte ich noch locker vier Stunden und mehr schlafen. Aber es geht nicht. Schade. Es war auch eine aufwühlende Nacht, nach dem Sieg der Schweiz an der WM. Und die Italiener lieben die Schweizer mehr wie die Serben und freuen sich mit mir. Also steh ich auf und bin schon bald auf Schusters Rappen unterwegs. Heute geht es nach Pavia, einer Stadt mit über 70000 Einwohner. Hab bisher nicht mal gewusst, dass diese existiert. So eine Pilgerreise

Humpelnd durch die Gegend marschieren

Weite Felder

Nach einem langweiligen und leicht depressiven Sonntag, geht es heute weiter. Mein Fuss gut getapt und los geht es durch die Stadt hinaus. So locker geht das heute aber nicht. Der Fuss schmerzt und ich humple mehr als ich gehe. Eigentlich ist es ja nur eine Kleinigkeit. Aber so eine Kleinigkeit kann sehr störend und schmerzhaft sein. Aber ich muss weiter gehen und kann nicht noch einen Ruhetag einlegen. Das ist für meine Psyche nicht förderlich. Also leide ich lieber ein wenig körperlich. Wenigstens 15 Kilometer gehen, damit ich am