In Porto steppt der Bär

Trotz der gut 35 Kilometer langen Pilgerei, bin ich am Abend noch relativ fit und erkunde Porto. Eine wirklich tolle Stadt, in der richtig etwas los ist. So besuche ich noch ein paar Sehenswürdigkeiten wie die Kathedrale Se und wage mich an die Uferpromenade des Douro. Hier steppt der Bär. Viele kleine Lokale reihen sich aneinander. Hier explodieren für portugiesische Verhältnisse auch die Preise. Für Leute aus Mitteleuropa sicher zahlbar. Ob sich dies viele Einheimische leisten können, bezweifle ich stark. Hier verdienen normale Angestellte zwischen 600 und 700 Euro. Da

Überfressen wie eine Mastsau

Am Abend suche ich eine Pizzeria. Der Hotelier sagt mir den Weg und meint, die sei wirklich gut. Nach einer halben Stunde suchen lande ich Mr. Pizza. Dieser ist mehr Pizzakurier, hat jedoch einige Sitzplätze zu bieten. Da ich Hunger habe, suche ich nicht mehr weiter und bestelle eine Pizza Quattro Formaggi. Viel habe ich nicht erwartet. Hauptsache etwas im Magen haben. Es kommt eine riesiges Teil. Und ich bin ehrlich überrascht. Sie ist grossartig. Somit ist mein Tag gerettet. Ausser das ich mich überfressen habe. Ich fühle mich wie

Pilger Community oder was?

Der abendliche Grillabend ist anders, als ich erwarte. Die Herberge besitzt zwar einen grossen Holzofengrill, aber der bleibt kalt. Die Hamburger werden in der Pfanne gebraten. Bis alles aufgedeckt ist, sind diese natürlich kalt. Aber zumindest gut durchgegart und auch essbar. Beim Abendessen mit gemeinsam Fussball schauen sitzen gut 15 Pilger zusammen. Aber Stimmung kommt keine auf. Diejenigen, die alleine unterwegs auf dem Jakobsweg sind, bleiben alleine, die andern unter sich in ihren Grüppchen. Es wird kaum gesprochen. So stelle ich mir die beliebte Pilger Community, von denen alle schwärmen,

Gesund und munter geht es leicht

Nachdem ich gestern einen richtigen Leidenstag einziehen durfte, fühle ich mich heute wieder viel besser. Mein Magen rumort nur noch ein wenig. Vielleicht sollte ich nur noch Zwieback und Tee zu mir nehmen. Das wäre weniger risikoreich. Nur Spass macht dies auf Dauer auch nicht. So starte ich frohen Mutes, gesund und vor allem gut gelaunt auf meinen Camino. Pfeifend gehe ich los, das ist ein gutes Zeichen bei mir. Es steht eine ziemlich kurze Etappe von Agueda nach Albergaria-a-Velha von nur 17 Kilometer an. Die Strecke führt hauptsächlich über

Versöhnung mit Pilgergott

Leider muss ich mein Zimmer in Mealhada verlassen. Es ist für heute Abend nicht mehr frei. Das ist nicht toll, denn mein Männerhusten entpuppt sicht eher als Lebensmittelvergiftung. Soweit jedenfalls meine Annahme. Den Hamburger, den ich gegessen habe, war offenbar nicht in Ordnung. Da ich ausser Wasser und einen Salat nicht mehr gegessen und getrunken habe, muss es daran gelegen haben. Es ist mir grauenhaft schlecht und ich verbringe den grössten Teil der Nacht nicht im Bett, sondern auf dem Klo.Als ich aufbreche, fühle ich mich ziemlich schwach. Zum Glück

Hoffentlich nur ein Männerhusten

Nachdem ich noch rechtzeitig zum Fussballspiel eintreffe, geniesse ich in einem Lokal einen Hamburger und schaue mir das Spiel an. Der Mensch braucht bekanntlicherweise Brot und Spiel um zufrieden zu sein. So ergeht es mir leider nicht, den die Schweizer verlieren in der Schlussphase. Dafür haben die Portugiesen etwas zu feiern und das tun sie ausgiebig. Danach geht es ins Bett. Ich bin hundemüde. Keine Ahnung wieso, denn die vergangenen Tage waren nicht so anstrengend. Durch den Lärm, schlafe ich auch nicht gut, obwohl ich ein tolles Zimmer habe. Ausserdem

Die Letzten müssen sich sputen

Mein Aufenthalt in Rabacal ist angenehm. Am Abend esse ich noch in einer Pilgerherberge zu Abend. Das Pilgermenue ist ok. Es gibt Hühnchen mit Pommes und Reis. Anstatt der Suppe nehme ich einen Salat. Das Essen ist ziemlich eintönig. Es gibt wenig Abwechslung. Gebratener Fisch oder Fleisch. Nicht das es schlecht wäre, aber ich brauche nicht jeden Tag Fleisch. Und bei Fisch bin ich ziemlich vorsichtig. Nicht alles ist wirklich durchgegart. Aber Pilgern bedeutet auch, auf einiges verzichten zu können. Man lernt hier demütig zu sein. Die Unterkunft ist Klasse

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Am Abend verlasse ich mein Zimmer und mache mich auf die Suche nach etwas essbaren. In der Unterkunft möchte ich nicht essen, obwohl es einen guten Eindruck hinterlässt. Aber ich möchte endlich Spaghetti oder etwas in der Art. Der Hotelier sagt mir, dass ein paar hundert Meter entfernt eine Pizzeria ist. Also nichts wie hin. Und wirklich, die haben Pasta auf der Karte. Zumindest Spaghetti Bolognese. Freude herrscht. Es kommt eine ziemlich grosse Portion daher. Mit viel Fleisch, wenig Spaghetti und das ganze gratiniert. Es ist nicht wirklich wie in

Pasta, Pasta – Leider nein

Nach einem guten Abendessen – was heisst schon gut, es gibt immer wieder etwa dasselbe – gehe ich schlafen. Meine Eltern haben in den Kriegszeiten bis zu dreimal am Tag Riebel gegessen. Das sollte mich ein wenig demütiger machen. Das Zimmer ist schön und kostet 17.50 Euro. Unglaublich günstig. Und mit Balkon. So schlafe ich wie ein Herrgöttchen und träume von Pasta, Risotto und mehr. Am Morgen scheint wieder einmal die Sonne und kitzelt mich aus dem Schlaf. Ohne Frühstück geht es los. Durch die langen Etappen der vergangenen Tage

Championsleague, Musik und Abschied nehmen

Nachdem ich mir ein Cut an der Nase zugezogen habe, treffe ich mich mit meinen Pilgerfreunden Vanessa und Pierre. Mittlerweile habe ich sie wieder eingeholt und die Freude ist gross. Wir verbringen einen tollen Abend zusammen, essen und trinken etwas, und danach ist Championsleague Finale angesagt. Wir sind natürlich Liliputaner und hoffen auf den Sieg. Das Match ist nicht grossartig, aber wir amüsieren uns. Danach geht es direkt ins Bett. Die Nachtruhe ist aber kurz, da schon am Morgen früh Whatsapp Nachrichten kommen. Später klopft jemand vehement an der Tür.