Überfressen wie eine Mastsau

Am Abend suche ich eine Pizzeria. Der Hotelier sagt mir den Weg und meint, die sei wirklich gut. Nach einer halben Stunde suchen lande ich Mr. Pizza. Dieser ist mehr Pizzakurier, hat jedoch einige Sitzplätze zu bieten. Da ich Hunger habe, suche ich nicht mehr weiter und bestelle eine Pizza Quattro Formaggi. Viel habe ich nicht erwartet. Hauptsache etwas im Magen haben. Es kommt eine riesiges Teil. Und ich bin ehrlich überrascht. Sie ist grossartig. Somit ist mein Tag gerettet. Ausser das ich mich überfressen habe. Ich fühle mich wie eine Mastsau. Man sollte nicht fertig essen, wenn man satt ist. Da bin ich nun wahrlich selbst schuld. Danach gehe ich früh ins Bett. Denn es steht eine lange Etappe auf meinem Jakobsweg bevor. Und mein neues Ladegerät lädt nicht richtig. Nächstes Mal sollte ich nicht bei einem Chinesen einkaufen. Das Teil war zwar billig, aber leider auch nichts wert.

Handy gibt Geist auf

Am Morgen bin ich schon früh unterwegs. Das ist hart für mich, denn zu diesen Zeiten läuft mein Motor nicht auf Hochtouren. So stampfe ich die ersten zwei Stunden vor mich hin und habe das Gefühl nicht weiter zu kommen. Zu Beginn geht es aufwärts durch die Stadt hinaus und danach der Schnellstrasse entlang. Wahrlich keine schöne Pilgertour, denn es wird auch später nicht viel besser. Viel Verkehr, Asphalt pur und immer Autolärm. Da gibt es echt tollere Strecken. Wie befürchtet, steigt mein Handy nach rund 14 Kilometer aus und ich kann keine Fotos mehr machen. Was solls, viel zu sehen gibt es eh nicht. Unterwegs überhole ich ein paar Pilger, auch die Amerikanerin von gestern. Wir pilgern ein wenig zusammen, dann setze ich mich ab, da ich schneller unterwegs bin.

Innerer Schweinehund besiegt

Irgendwann passiere ich einen Busbahnhof. Die Versuchung ist gross einfach einzusteigen. Schlussendlich überwinde ich meinen inneren Schweinehund und pilgere weiter. Die letzten Kilometer ziehen sich wieder endlos hin. Alles über dreissig Kilometer ist einfach nur hart. Nicht wegen der Kondition, sondern wegen meinen Füssen. Da schwingt immer ein wenig Angst mit, dass ich mir wieder einen Ermüdungsbruch im Fersenbein zuziehe. Das war vor fünf Jahren meine schlimmste Erfahrung. Fast ein Jahr an Krücken zu gehen ist nicht lustig. Endlich erreiche ich Porto. Eine richtig coole Stadt. Sehr bunt und lebendig.

Welchen Weg soll ich gehen

Erst gehe ich mal duschen, das kann ja nicht schaden. Dann schreibe ich meinen Bericht und schaue mir Porto noch an. Obwohl ich hundemüde bin. Aber Fotos brauche ich auch noch. Also kaufe ich mir ein anderes Ladekabel. Das kostet mehr ist dafür funktionstüchtig. Damit ist die heutige Tellingstory gerettet. Ausserdem sollte ich endlich entscheiden, welchen Weg ich morgen gehe. Eine sehr schwierige Entscheidung.

4 Kommentare zum Beitrag “Überfressen wie eine Mastsau”

  1. Schon entschieden? Du kannst auch erst mal bis Villa do Conde an der Küste entlang und dann auf den Zentralweg….
    Oder bist du schon unterwegs und der Beitrag ist von gestern…. ? Ich blick es gerade nicht…

    1. Ich habe beschlossen, den Kuestenweg zu nehmen

  2. Ach schön und wechseln kannst du immer noch.
    Dann freu ich mich ja schon auf die Berichte der nächsten Tage, dann kann ich noch mal mitlaufen, jippie..
    und falls du in Villa do Conde Burger essen möchtest… da gibts einen Laden der heißt Alibi und falls du den Inhaber Carlos treffen solltest (nicht groß und Glatze), grüße ihn von Yvonne, der Pilgerin, der er im letzten Monat mittags ein Bier spendiert hat, obwohl er gar nicht geöffnet hatte.
    Sorry, wollte gar nicht so viel schreiben, ist ja dein Blog…

    1. Liebe Yvonne, für das ist diese Rubrik da. Bin immer froh um Kritik, Lob und Rückmeldungen, solange es kein Bashing ist. Vielen Dank. Falls ich da bin, werde ich hoffentlich daran denken!

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