Mit dem Boot nach Galizien

Hubs the Pilgrim ist wirklich ein Langschläfer. Erst um kurz vor Zehn komme ich in die Gänge und erwache aus meinem Tiefschlaf. Jetzt muss ich mich sputen. Denn es geht mit dem Boot übers Meer nach Galizien. Von nun an bin ich auf dem spanischen Festland unterwegs. Hier werden auch die Uhren eine Stunde vorgestellt. Also bin ich sehr spät auf dem Camino. Von Caminha nach O Porto Mougas gilt es immerhin gute 25 Kilometer zu pilgern. Auf dem Fischerboot lerne ich ein paar Pilger kennen und wir laufen gemeinsam

Überfressen wie eine Mastsau

Am Abend suche ich eine Pizzeria. Der Hotelier sagt mir den Weg und meint, die sei wirklich gut. Nach einer halben Stunde suchen lande ich Mr. Pizza. Dieser ist mehr Pizzakurier, hat jedoch einige Sitzplätze zu bieten. Da ich Hunger habe, suche ich nicht mehr weiter und bestelle eine Pizza Quattro Formaggi. Viel habe ich nicht erwartet. Hauptsache etwas im Magen haben. Es kommt eine riesiges Teil. Und ich bin ehrlich überrascht. Sie ist grossartig. Somit ist mein Tag gerettet. Ausser das ich mich überfressen habe. Ich fühle mich wie

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Am Abend verlasse ich mein Zimmer und mache mich auf die Suche nach etwas essbaren. In der Unterkunft möchte ich nicht essen, obwohl es einen guten Eindruck hinterlässt. Aber ich möchte endlich Spaghetti oder etwas in der Art. Der Hotelier sagt mir, dass ein paar hundert Meter entfernt eine Pizzeria ist. Also nichts wie hin. Und wirklich, die haben Pasta auf der Karte. Zumindest Spaghetti Bolognese. Freude herrscht. Es kommt eine ziemlich grosse Portion daher. Mit viel Fleisch, wenig Spaghetti und das ganze gratiniert. Es ist nicht wirklich wie in

Glücklich ist, wer pilgern darf

Man sollte immer die Route checken bevor man in das Pilgerabenteuer startet. Ich folge blind den gelben Wegweiser, die nach Santiago führen. Irgendwann merke ich, dass ich nicht auf dem richtigen Weg bin und mich verlaufen habe. Das heisst schon Richtung Santiago, aber auf der Radlerroute. Die ist viel weiter als die direkte Pilgerroute. Jedenfalls pilgere ich vor mich hin und überlege mir wie ich knapp vierzig Kilometer schaffen soll. Es ist brütend heiss und kein Lüftchen sorgt für Abkühlung. Die Landschaft ist zwar wunderschön, aber bei den Voraussetzungen sorgen

Mit Frust am Jakobsweg unterwegs

Der Abend in Azambuja gestaltet sich schwierig. Ich habe seit zwei Tagen nichts gegessen und bin hungrig wie ein Wolf. Ausser ein paar Bars gibt es nichts. Und die haben nichts zu futtern ausser Chips. Das Problem ist, die Einheimischen bereiten sich auf ihr Dorffest vor. In den nächsten Tagen jagen sie Stiere durch ihr Städtchen. Das hat in dieser Region Traditon. Dabei wird der Stadtkern mit Gattern abgesperrt und jedes Viertel lässt einen Stier durch die Gassen streunen. Die Menschen stehen ausserhalb und hetzen die Tiere ein wenig herum.

Frei wie ein Vogel geht es leichter

Nun bin ich glücklicherweise wieder frei wie ein Vogel und kann tun und lassen was ich will. Und die Wahrscheinlichkeit, dass ich diese Pilgerdame auf diesem Jakobsweg nicht mehr treffe ist gross. Am Abend geht bei mir nicht mehr viel, vor allem weil ich einen Fastentag einlege. Heute morgen bin ich schon kurz nach sieben wach und beschliesse aufzustehen. Der Hauptgrund dafür ist der Lärm vom Zimmer nebendran. Eine Pilgerin, die ich schon kenne, macht einen Radau sondergleichen. Manchmal denke ich mir, alle tun nur das was ihnen einfällt. Rücksichtnahme

Auf gehts nach Lissabon

Gestern stand die Anreise zu meinem neuen Camino an. Zuerst mit dem Zug nach München und von dort aus weiter mit dem Flieger nach Lissabon. Wenn ich bereits um sechs Uhr aufstehen muss, bin ich eher ein bisschen muffig, das ist halt nicht meine Zeit. Wenn man Pilgern will, muss man da halt durch. Vor allem hatte ich zwei Tage lang ziemlich heftigen Durchfall und fühle mich am Morgen der Abreise zwar besser aber noch nicht wirklich gesund. So ist die Vorfreude auf das Pilgern noch nicht gross. In München

Ostern feiern in Poggio Bustone

Heute habe ich für euch einen Bericht der anderen Art – verfasst von Pilgerin Renate, mit der ich ein paar Tage unterwegs sein durfte. Sie feierte die Ostertage in Poggio Bustone und besuchte auch Sacro Speco, das ich leider gesundheitsbedingt auslassen musste. (Hier nachzulesen). Poggio Bustone Viel Spass beim Lesen und herzlichen Dank an die Autorin.   Poggio Bustone – welch geheimnisvoller Name für eine der vier franziskanischen Einsiedeleien rund um Rieti. Neben Fonte Colombo, La Foresta und dem touristisch überlaufenem Eremo Greccio (jenem Ort, wo Franziskus 1223 die Weihnachtskrippe

Früh aufstehen lohnt sich allemal

Da wir im Frauenkloster Collina Sacro Cuore nächtigen, das überaus gepflegt ist und über Einzelzimmer verfügt (EZ/VP gegen Spende, wir geben je 30 Euro) sind wir dazu verdonnert bereits früh zu starten. Das Abendessen ist einfach und besteht aus ein paar Pizzaschnitten, Suppe und einem tollen Salat aber sehr lecker. Um halb neun scheuchen uns die netten Schwestern aus den heiligen Hallen ins Bett. Es herrscht hier ein eisernes Regiment, das ich bereits aus dem Kloster in Rapperswil kenne. Das ist gut so, Pilger sollten solche Unterkünfte schätzen zu wissen,

Pilgern ohne Schirm geht nicht

Nach einer wohltuenden Dusche, verlasse ich mein Appartement und setze mich in ein Lokal um meinen täglichen Pilgerbericht zu verfassen. Kurzzeitig hat es aufgehört zu regnen und ich brauche nicht mal meinen Schirm. Jawohl, Hubs the Pilgrim hat immer einen Regenschirm auf seinen Pilgerwegen mit dabei. Denn ich mag es nicht, wenn ich den sauren Regen im Gesicht habe. So beginne ich zu schreiben, währenddessen der Regen wieder ziemlich heftig einsetzt. Als ich fertig bin, hört es wieder auf und die Sonne scheint wieder – ich bin eben ein Glückspilz.