Mit den Füssen meditieren

Nach einer langen Nacht, ich wache erst gegen zehn Uhr auf, geht es endlich auf den Cammino. Ich liebe Hotels, in denen man bis elf Uhr auschecken darf. Das kommt meinem Lebensgefühl entgegen. Zuerst geht es in eine Bar. Wie meistens bestelle ich mir einen Cappuccino, Cola Light und ein Cornetto. Wobei das Cornetto nicht wirklich gut ist. Zwar teuer aber nicht frisch. Danach laufe ich los. Rund 23 Kilometer sind es bis nach Monselice, eine kleine Stadt kurz nach Abano und Battaglia Terme. Es geht flach dahin, die Poebene

Die Sonne meint es gut mit mir

Beim ausgedehnten Nachtbummel durch die Stadt Lucca gibt es einiges zu sehen. Viele Verkleidete prägen das Stadtbild. Vor allem habe ich noch nie so viel Zelte gesehen, es müssen hunderte sein. Jede Firma, die sich mit Comics und Spielen beschäftigt, muss hier verteten sein. Darunter natürlich auch die Filmstudios. Der Zugang zu den Zelten ist aber nur mit Ticket möglich. Interessanterweise gibt es noch genügend Italiener, die Geld genug für solche Dinge haben. Den die Besucher schleppen Berge von Spielen, Konsolen und anderes mit nach Hause. Unterwegs esse ich noch

Dauerregen begleitet mich

Als ich um vier Uhr in Massa eintreffe, bin ich richtig froh. Es hat den ganzen Tag wie aus vollen Kübeln geschüttet. Wer einmal ein richtiges Gewitter in Italien erlebt hat, kann sich sicher vorstellen, dass dies nicht gar so toll ist beim Pilgern. Auf jeden Fall bin ich ziemlich nass. In den Schuhen schwimme ich und die Hose ist natürlich auch nass. Einzig und allein der Oberkörper ist trocken geblieben. Meiner neuen Regenjacke von Mammut sei Dank. So ein gutes Teil hatte ich noch nie. Gut gespeist und geschlafen

Lässiger Auftakt in die Via Francigena

Fernblick

Manchmal könnte in mir das Gefühl aufkeimen, dass die Menschen in Italien und Frankreich mich nicht hier haben wollen. Gestern wars wieder mal soweit: Die italienische Bahnangestellten streiken. So fallen etliche Züge aus. Deshalb strande ich in Parma und komme nicht mehr weiter. Also suche ich mir ein günstiges Zimmer und geh ein wenig auf die Pirsch. Ich war noch nie im Zentrum des Parmesans und Parmaschinkens. Es ist eine nette Stadt, ist für mich aber trotzdem kein Highlight unter italienischen Städten. Den lukullischen Bereich mal ausgenommen. Das Essensangebot ist

Trostlose Dörfer begleiten meinen Weg

Statue

Bei der Heiligen Bernadette habe ich ausgezeichnet geschlafen. Die Heilige aus Lourdes hat ihre letzten Tage hier im Kloster St. Gildard verbracht, nachdem ihr der Rummel nach ihren Marienerscheinungen und Heilungen zu gross wurden. Ich glaube, sie hat mich zudgedeckt und über mich gewacht. Jedenfalls wache ich quickfidel auf und schau aus dem Fenster. Schönstes Wetter, viel Sonne – was will das Pilgerherz schon mehr. Also schnell hineien in meine Kluft und los gehts. Heute möchte ich nach Saint-Parize-le-Chatel gehen, ein kleines Nest rund 20 Kilometer von hier. Es geht

Erstes Mal als Herbergspilger

Gestern Abend war es noch richtig nett. Ich habe mich wirklich getraut in eine Herberge zu gehen und mal nachzufragen wie das denn so ist. Für mich mehr oder weniger eine neue Erfahrung, weil ich das erst einmal in Spanien gemacht habe und dann erst noch ein Einzelzimmer bezogen habe. Also rein in die gute Stube und dann steht schon die Leiterin vor mir und lädt mich ein mich hinzusetzen. Eine charmante Frau mit dem richtigen Gefühl für verschlossene Pilger wie mich. Das Haus gehört zu den Franziskanerinnen. Am Tisch

Mühselige Anreise nach Assisi

Pilgern nach Assisi

Am Samstag geht es endlich los. Ich fahre mit dem Zug nach Verona. Dort werde ich übernachten und am nächsten Morgen weiter nach Assisi fahren. Das ist notwendig, da die Zuganreise ziemlich lange dauert. Mit allen Zwischenhalten ist man locker 12 Stunden am Weg. Also reise ich am Samstag Nachmittag von Imst weg und bin am späteren Abend in Verona. Ich habe mir ein günstiges Hotel gebucht. Da es dunkel ist und ich nicht weiss, wo es ist, nehm ich ein Taxi. Das ist auch gut so, wie es sich

Dreisam pilgern macht auch Spass

Doris, Hubs, Doris, Pilger

Heute bin ich schon um acht Uhr unter den Lebenden und bereit für einen spannenden Tag. Trotzdem sempre ich ein wenig herum. Eilig habe ich es ja nicht. Gestern musste ich mich noch ärgern. Als ich am Abend duschen wollte, hingen keine Handtücher mehr in meinem Zimmer. Also hin zur Reception welche holen. Kurze Zeit später wollte ich dann mein Schlafstätte bezahlen und es kostete vier Euro mehr als ausgemacht. Beim Pilgerpreis entfernt der Chef höchstpersönlich die Handtücher und verlangt einen Aufpreis. Hätte ich noch das Frühstück dazubestellt, wäre es