Höhenmeter fordern ihren Tribut

Berceto ist wirklich eine Reise wert. Ich erkundete gestern noch die Altstadt, die einiges zu bieten hat. Mehrere Bars und Cafes laden zum verweilen ein. Aber auch der romanische Dom aus dem 12. Jahrhundert ist wunderschön. Leider ist die Ruine des Castellos derzeit für Besucher gesperrt. So flaniere ich ein wenig durch die Stadt und geniesse den lauen Sommerabend.

Monsteretappe wartet auf mich

Am Morgen bin ich schon früh wach und geh zeitig los. Ich habe richtig Bammel vor diesem Tag. Rund 30 Kilometer misst die Strecke. Schlimmer sind noch die Höhenmeter, welche zu bezwingen sind. 1000 Meter hinauf und vor allem 1600 Meter wieder runter ins Tag nach Pontremoli. Die Via Francigena verlangt Pilgern so einiges ab. Heute ist es ziemlich frisch, es hat ein wenig abgekühlt. Teilweise fröstle ich. Kein Wunder, ich schwitze und es geht ein bisiger Wind. Auch die Sonne lässt sich heute wenig blicken. Nach rund 2,5 Stunden erreiche ich den Passo della Cisa. Da gibt es glückerweise eine Bar, in der ich mich verpflegen kann. Dieser Pass wird auch als Tor zur Toskana genannt – eine der beliebtesten Regionen Italiens bei den Feinschmeckern. Nach kurzem Aufenthalt geht es noch hoch zur Kappelle hoch. Ein wunderschönes kleines Kirchlein.

Schluss mit lustig

Jetzt folgt der schlimme Teil. Von nun geht es abwärts und das nicht zu knapp. Die nächsten 18 Kilometer muss ich kräftig leiden. Mein Fuss erträgt die Belastung beim abwärts gehen nicht gut und ich lege immer wieder Pausen ein. Am Pass oben, habe ich mir überlegt den Bus zu nehmen. Die Barmaid meint, das gehe leider nicht, weil heute kein Schultag sei. Hier fahren die Busse nur wegen den Schülern. So habe ich Pech und muss in den sauren Apfel beissen. Es ist eine richtige Tortur und ich verzweifle fast. Komm ich überhaupt irgendwann unten an? Irgendwann erreiche ich Pontremoli. Es schmerzt alles – die Beine, die Füsse – ich bin richtig fertig mit dieser Pilgerei. Oder sagen wir besser mit dieser Plagerei. Morgen stehen wieder über dreissig Kilometer an. Das werde ich aber nicht tun und dieses Teilstück in zwei aufteilen. Körper und Geist brauchen Schonung.

 

2 Kommentare zum Beitrag “Höhenmeter fordern ihren Tribut”

  1. Ja Hubert schone Dich ein Bisschen, Du hast es ja nicht eilig, am Dienstag fliege ich los, Übernachten tun wir in Florenz und am nächsten Tag Florenz Bummel und dann mit dem Bus nach La Verna und dann gehts auch für uns los. Freue mich schon sehr, dein Bericht war wieder spannend und auch schöne Bilder. Morgen wieder einen guten Weg und immer langsam voran Hubi. LG Barbara

    1. Da wünsche ich dir alles Gute. Meine zwei Pilgerhasen sind übrigens gestern in Assisi angekommen und überglücklich.

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