Es wird gut, wenn man es tut

Stia ist ein ziemlich verschlafenes Städtchen. Es ist kaum etwas los. Ein paar Pilger sind da, die Strässchen wie leergefegt. Das ändert sich ab fünf Uhr ein wenig. Ein paar Geschäfte öffnen ihre Tore und ein paar Jugendliche haben ihren Plausch. Meine Unterkunft ist top – viel zu gut für einen, der am Pilgern ist. Deshalb kümmere ich mich um den nächsten Tag. Unterwegs habe ich einen Prospekt gefunden, mit einer Variante für die nächsten zwei Tage. Normalerweise geht man laut Pilgerführern über den Eremo di Camaldoli zum gleichnamigen Klosterdorf.

Gepäckservice wartet schon

Am Morgen erwache ich früh, die Sonne geht gerade auf. So gar nicht meine Zeit, aber man sollte immer wieder mal etwas neues wagen. Nach einem kurzen Tratsch mit Miguel, den Herbergsbetreuer und einem schnellen Kaffee, starte ich los. Vor der Herberge wartet bereits der Gepäckservice für Pilger, die gerne ohne Rucksack wandern. Auch das gibt es hier am Weg. Lieber in billigen Herbergen übernachten und sich dafür das Gepäck transportieren lassen. Aber gut, dies schafft auch Arbeitsplätze. Rund 35 Kilometer stehen als Arbeitspensum auf dem Programm. Erst nach Pontevedra

Rambazamba und ein angeschlagener Pilger

In Viano do Castelo ist Rambazamba angesagt. Es tummeln sich Tausende in den engen Strässchen der Altstadt. Sie feiern ein mittelalterliches Fest. Hunderte Fressstände, ausgelassene Stimmung herrscht – die Stadt bebt. Für mich als Pilger zwar eine Abwechslung. Es ist mir aber zu laut und zu voll. Wenn man müde ist, ist die Energie zum feiern nicht mehr allzu gross. Anstatt in einem Restaurant Abend zu essen, gehe ich mit Manuel – den verletzten Pilger – kurz ins Getümmel und wir gönnen uns eine Crepes mit Käse und Schinken. Im

Pilger Community oder was?

Der abendliche Grillabend ist anders, als ich erwarte. Die Herberge besitzt zwar einen grossen Holzofengrill, aber der bleibt kalt. Die Hamburger werden in der Pfanne gebraten. Bis alles aufgedeckt ist, sind diese natürlich kalt. Aber zumindest gut durchgegart und auch essbar. Beim Abendessen mit gemeinsam Fussball schauen sitzen gut 15 Pilger zusammen. Aber Stimmung kommt keine auf. Diejenigen, die alleine unterwegs auf dem Jakobsweg sind, bleiben alleine, die andern unter sich in ihren Grüppchen. Es wird kaum gesprochen. So stelle ich mir die beliebte Pilger Community, von denen alle schwärmen,

Hoffentlich nur ein Männerhusten

Nachdem ich noch rechtzeitig zum Fussballspiel eintreffe, geniesse ich in einem Lokal einen Hamburger und schaue mir das Spiel an. Der Mensch braucht bekanntlicherweise Brot und Spiel um zufrieden zu sein. So ergeht es mir leider nicht, den die Schweizer verlieren in der Schlussphase. Dafür haben die Portugiesen etwas zu feiern und das tun sie ausgiebig. Danach geht es ins Bett. Ich bin hundemüde. Keine Ahnung wieso, denn die vergangenen Tage waren nicht so anstrengend. Durch den Lärm, schlafe ich auch nicht gut, obwohl ich ein tolles Zimmer habe. Ausserdem

Die Letzten müssen sich sputen

Mein Aufenthalt in Rabacal ist angenehm. Am Abend esse ich noch in einer Pilgerherberge zu Abend. Das Pilgermenue ist ok. Es gibt Hühnchen mit Pommes und Reis. Anstatt der Suppe nehme ich einen Salat. Das Essen ist ziemlich eintönig. Es gibt wenig Abwechslung. Gebratener Fisch oder Fleisch. Nicht das es schlecht wäre, aber ich brauche nicht jeden Tag Fleisch. Und bei Fisch bin ich ziemlich vorsichtig. Nicht alles ist wirklich durchgegart. Aber Pilgern bedeutet auch, auf einiges verzichten zu können. Man lernt hier demütig zu sein. Die Unterkunft ist Klasse

Irgendein Weg führt immer nach Rom

Viterbo ist nicht meine Stadt. Irgendwie finde ich mich gar nicht zurecht. Es hat immer wieder mal eine Bar oder Ristorante, aber den wirklichen Kern der Stadt finde ich nicht. Also beschränke ich mich aufs Schreiben, was auch nicht einfach ist. Für das Uploaden der Bilder braucht man eine Internetverbindung und die ist ziemlich schlecht. Wenn man pro Pic zehn Minuten braucht, ist es nicht mehr so witzig. Dafür ist das Zimmer bei einer religiösen Einrichtung super. Einzelzimmer mit Dusche und sogar ein wenig geheizt für nur 21 Euro inklusive

Nebelschwaden, Sonne und ein wenig Pilgerblues

Gestern hatte ich nochmals richtig Glück. Ausser mir war nur ein weiterer Pilger in der Herberge und es gab genügend Zimmer, so dass ich alleine in einem Raum übernachten konnte. Es war zwar kein Highlight. Aber ganz ok. Jedenfalls kommt mein Mitbewohner aus Deutschland und geht von Rom aus nach Santiago. Da er mit Zelt und zwei Schlafsäcken und sonstigem Material pilgert, hat er ein Pilgerwägelchen mit dabei, das er hinter sich herzieht. Zudem natürlich noch einen Rucksack auf dem Buckel. Ich gehe mal davon aus, dass er ziemlich viel

Karawanen von Pilgern ziehen durchs Land

San Miniato Alto ist ein hübsches kleines Städtchen, dass zu San Miniato Basso gehört. Es liegt einfach wunderschön auf einem Hügel und bietet traumhafte Ausblicke. Auch sonst ist was los, kleine feine Lokale, Bars, Wein- und Käseverkostungsgeschäfte und so weiter laden zum verweilen ein. Ich übernachte diesmal im Convento San Francesco und es ist richtig fein. Ein Doppelzimmer für mich alleine für zwanzig Euro. Das Mehrbettzimmer ohne Bettwäsche hätte auch schon zehn Euro gekostet. Das hat sich für mich wirklich gelohnt. So durchstreife ich am Abend noch ein wenig den