Höhepunkt meiner Pilgerei steht kurz bevor

San Gimignano ist eine tolle Stadt. Es wimmelt nur so von Touris, aber es ist einfach auch zu reizend hier. Man kann auf den Stadtmauern, die völlig erhalten geblieben sind, rund um die Stadt gehen und die Fernsicht geniessen. Nur zuviel Hunger und Durst sollte man nicht haben. Sonst herrscht ziemlich schnell Ebbe im Geldbörserl. Ziemlich teuer ist es hier, hat schon fast das Preisniveau von Zürich. Jedenfalls erkunde ich am Abend noch die Stadt.

Paradies für Feinschmecker

Es ist ein grösserer Feinschmeckermarkt im Gange. Da gibt es einige typische toskanische Spezialitäten zu verkosten. Was ich natürlich gerne mache. Wenn ich mit dem Auto hier wäre, würde ich sicher für ein paar Hunderter einkaufen. Als Rucksacktourist geht das leider nicht und ich gönne mir ein Stück Formaggio und Salumi. Dazu nehm ich noch ein Stück Pizza mit Salame piccante, und dieses ist definitiv ein Highlight. Es reiht sich locker in die Hitparade der zehn besten Pizze ein, die ich je gegessen habe. Und ich kenne mich mittlerweile beim italienischen Essen sehr gut aus und bin absolut kein Allesesser. Einfach köstlich. Auch der Käse ist sensationell. Voraussetzung dazu ist natürlich, dass man drei Jahre lang gelagerten Schafkäse mag. Ist nicht jedermanns Sache. Jedenfalls bin ich günstig und trotzdem mit einem Glücksgefühl satt geworden.

Lange Weg nach Monteriggioni

Heute möchte ich bis nach Monteriggioni kommen. Das ist weiter als die offizielle Etappe, aber morgen geht es weiter nach Siena. Und für diese wundervolle Stadt möchte ich genut Zeit haben. Obwohl ich jetzt schon weiss, was ich da tun werde. Jedesmal wenn ich dort bin, sitze ich stundenlang an der Piazza del Campo. Für mich einer der tollsten Plätze der Welt. Einfach dasitzen, beobachten, staunen und für sich sein. Wunderbar. Wer noch nie in dieser tollen Stadt war, sollte unbedingt mal hinfahren. Ob es unbedingt im August sein muss, wenn das berühmt Palio – ein Pferderennen – stattfindet ist jedem selbst überlassen.

Umwege lohnen sich nicht

Da es die vergangenen Tage sehr viel geregnet hat, beschliesse ich einen anderen Weg nach Monteriggioni zu nehmen. Laut Guide müsste ich ein paar Furten und Bäche überqueren und durchwaten. Das mag ich nicht. Vor allem weiss ich nicht, wie das vor Ort ausschaut. Also nehme ich den ursprünglichen Weg der ein wenig kürzer ist, aber über mehr asphaltierte Strassen führt. Irgendwann komme ich an eine Abzweigung. Der Weg führt auf einen überwachsenen Weg. So clever wie ich bin, geh ich an der Strasse weiter. Vielleicht hätte ich besser die Karte konsultiert. Denn das ist definitiv ein Umweg. Mein GPS habe ich auch vergessen einzuschalten. Als ich am Ziel ankomme, sind es knapp 35 Kilometer. Zuviel für meine Füsse. Aber morgen sind es lockere 20 Kilometer. Und danach die Füsse hochlegen und die Kulisse geniessen.

 

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