Fatima: Ziel für viele Pilger

Leider ist mein Knöchel ziemlich mitgenommen von den langen Etappen der vergangenen Tage. Er ist stark angeschwollen und ich kann nicht mehr auftreten. Deshalb bleibe ich für zwei Tage in Amiais de Baixo. Wie bereits berichtet im Hotel Amiribatejo. Die Chefin kümmert sich rührend um mich. So bin ich heute wieder fit und bereit weiter zu gehen. Das Ziel heisst Fatima und ist rund dreissig Kilometer entfernt. Ich breche um kurz vor neun auf und es ist bereits ziemlich warm. Immer wenn ich einen Ruhetag habe, bin ich am nächsten Tag nicht wirklich auf der Höhe. Am Beginn muss ich richtig kämpfen um meinen Tritt zu finden.

Blumenwiesen und Hügel

Entschädigt werde ich durch eine wundervolle Landschaft. Die Felder sind voll von Wiesenblumen. Sie strahlen in allen Farben. Für Geist und Seele eine Wohltat. Die Etappe ist lang und nicht mehr flach wie zu Beginn meines Jakobweges in Lissabon. Die Strässchen und Pfade steigen ziemlich steil an. Wichtig ist nur, dass mein Fuss hält. Aufwärts geht es sehr gut, abwärts ist es nicht so toll. Dafür bin ich frei in meinem Kopf und geniesse das vor sich hin pilgern. Keine negativen Gedanken beeinflussen mich. Ich bin einfach bei mir selbst. Es ist schön wieder gehen zu können.

Letzte Kilometer sind hart

Die letzten Kilometer sind wieder richtig hart. Der Pilgerweg zieht sich ewig dahin und ich denke manchmal: Hört denn das nie mehr auf? Aber alle Strapazen enden irgendwann. Und so erreiche ich mein Ziel. Zwar erst spät, da ich einige Pausen einlege, aber geschafft ist geschaft.

Tour GPS

Kurze Info zu Fatima

Fatima ist einer der wichtigsten Marienwallfahrtsorte. Hier erschien den drei Hirtenkindern Lucia, Jacinta und Francisco die Muttergottes und überbrachte ihnen Nachrichten. Diese durften erst viel später der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden und wurden vom Vatikan unter Verschluss gehalten. Durch die Pilgerströme wurde die ehemalige Kapelle immer mehr erweitert und ist heute die viertgrösste Kirche (Igreja da Santissima Trinidade) der Welt und bietet Tausenden Menschen Platz.

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