Warmduscher haben es nicht leicht im Leben

Caprese Michelangelo ist ein verschlafenes Dörfchen. Viel ist hier nicht los. Es gibt kaum Unterkünfte und auch Restaurants gibt es nur zwei. Das eine ist geschlossen, wie auch die Bar – Ruhetag lässt grüssen. Also wandere ich hinauf zum Duca di Michaelangelo und schreibe da meinen täglichen Pilgerbericht. Dabei treffe ich wieder auf das deutsche Pärchen und wir essen noch gemeinsam zu Abend. Sehr gute Küche, toll für einen Feinschmecker wie mich. Es gibt in dieser Gegend eh kaum Lokale, die sich nicht aufs Kochen verstehen. Dann geht es zurück

Pasta, Pasta – Leider nein

Nach einem guten Abendessen – was heisst schon gut, es gibt immer wieder etwa dasselbe – gehe ich schlafen. Meine Eltern haben in den Kriegszeiten bis zu dreimal am Tag Riebel gegessen. Das sollte mich ein wenig demütiger machen. Das Zimmer ist schön und kostet 17.50 Euro. Unglaublich günstig. Und mit Balkon. So schlafe ich wie ein Herrgöttchen und träume von Pasta, Risotto und mehr. Am Morgen scheint wieder einmal die Sonne und kitzelt mich aus dem Schlaf. Ohne Frühstück geht es los. Durch die langen Etappen der vergangenen Tage

Championsleague, Musik und Abschied nehmen

Nachdem ich mir ein Cut an der Nase zugezogen habe, treffe ich mich mit meinen Pilgerfreunden Vanessa und Pierre. Mittlerweile habe ich sie wieder eingeholt und die Freude ist gross. Wir verbringen einen tollen Abend zusammen, essen und trinken etwas, und danach ist Championsleague Finale angesagt. Wir sind natürlich Liliputaner und hoffen auf den Sieg. Das Match ist nicht grossartig, aber wir amüsieren uns. Danach geht es direkt ins Bett. Die Nachtruhe ist aber kurz, da schon am Morgen früh Whatsapp Nachrichten kommen. Später klopft jemand vehement an der Tür.

Fatima: Ziel für viele Pilger

Leider ist mein Knöchel ziemlich mitgenommen von den langen Etappen der vergangenen Tage. Er ist stark angeschwollen und ich kann nicht mehr auftreten. Deshalb bleibe ich für zwei Tage in Amiais de Baixo. Wie bereits berichtet im Hotel Amiribatejo. Die Chefin kümmert sich rührend um mich. So bin ich heute wieder fit und bereit weiter zu gehen. Das Ziel heisst Fatima und ist rund dreissig Kilometer entfernt. Ich breche um kurz vor neun auf und es ist bereits ziemlich warm. Immer wenn ich einen Ruhetag habe, bin ich am nächsten

Geschnarche, Getrampel und süsse Früchtchen

Im Hostel, in dem ich übernachte, passt vieles. Ich habe ein Einzelzimmer, sehr klein, aber sauber und vor allem gut in der Innenstadt gelegen. Das stimmt mich positiv und auch den Abend geniesse ich noch ein wenig. Danach folgt jedoch der absolute Horror für mich. Das Zimmer ist so hellhörig, dass man das Geschnarche in den höchsten Tönen hört. Ohropax ist nichts für mich, damit kann ich leider nicht schlafen. So wälze ich mich in den Bettlaken herum. Wenig Schlaf bekommen Als ich endlich einschlafen kann, beginnt bereits das grosse

Mit Frust am Jakobsweg unterwegs

Der Abend in Azambuja gestaltet sich schwierig. Ich habe seit zwei Tagen nichts gegessen und bin hungrig wie ein Wolf. Ausser ein paar Bars gibt es nichts. Und die haben nichts zu futtern ausser Chips. Das Problem ist, die Einheimischen bereiten sich auf ihr Dorffest vor. In den nächsten Tagen jagen sie Stiere durch ihr Städtchen. Das hat in dieser Region Traditon. Dabei wird der Stadtkern mit Gattern abgesperrt und jedes Viertel lässt einen Stier durch die Gassen streunen. Die Menschen stehen ausserhalb und hetzen die Tiere ein wenig herum.

Frei wie ein Vogel geht es leichter

Nun bin ich glücklicherweise wieder frei wie ein Vogel und kann tun und lassen was ich will. Und die Wahrscheinlichkeit, dass ich diese Pilgerdame auf diesem Jakobsweg nicht mehr treffe ist gross. Am Abend geht bei mir nicht mehr viel, vor allem weil ich einen Fastentag einlege. Heute morgen bin ich schon kurz nach sieben wach und beschliesse aufzustehen. Der Hauptgrund dafür ist der Lärm vom Zimmer nebendran. Eine Pilgerin, die ich schon kenne, macht einen Radau sondergleichen. Manchmal denke ich mir, alle tun nur das was ihnen einfällt. Rücksichtnahme