Endlose Weiten und viel Abfall am Weg

Poebene Agro Ferrara Emilia Romagna

Nachdem ich gestern noch einen zusätzlichen Tag in Ferrara verbracht habe, geht es heute weiter nach San Martino. Eigentlich eine kurze Etappe von nur rund 13 Kilometer. Mit ein paar Abstechern werden es jedoch rund 19 Kilometer, die ich unterwegs bin. Zuerst geht es los quer durch die Stadt Ferrara, nochmals vorbei an den diversen Sehenswürdigkeiten und dann geradeaus durch Wohngebiete und später durch das Industrie- und Gewerbegebiet. Rund acht Kilometer die Via Bologna entlang um dann später einen von zwei Richtungswechsel zu vollziehen bis zu meinem Ziel San Martino. Dabei überquere ich zu Beginn noch den Fluss Po di Viano. Später verlasse ich Ferrara entgültig und wandere an weiten Felder und Bauernhöfen vorbei. Später folgen riesige Obstplantagen.

Durch endlose Weiten pilgern

Selten fährt ein Auto an mir vorbei. Das ist mir auch lieber, denn so habe ich Muse meinen Gedanken zu folgen. Obwohl diese endlosen Flächen monoton erscheinen mögen, geben sie mir aber auch Weitblick und öffnen meine Seele. Was mir aber auffällt und ein Dorn im Auge ist, sind die Abfallberge neben den Strassen. Das ist auch bei uns in Österreich schon schlimm genug, aber hier noch arger. Die Italiener pflegen zwar ihr Gärten, aber sobald sie im Auto sitzen, gibt es für den Müll nur noch einen Ausgang: Raus aus dem Fenster damit… Dabei möchte ich noch anfügen – auf dem Jakobsweg in Spanien wars noch schlimmer – aber ich befinde mich hier noch nicht mal im Süden Italiens.

Nicht alle Wege führen nach Rom

Übrigens bin ich auch zeitweise auf dem Jakobsweg unterwegs – nur in gegengesetzter Richtung. So führen jeweils alle Wege nach Santiago di Compostela, Rom oder sogar nach Jerusalem. Für jeden Pilger gibt es einen Weg. Dabei ist es egal, wie und wo man pilgert. Man kann sich auch seinen eigenen Weg suchen. Es geht nur darum, zu sich selbst zu finden oder Fragen des eigenen Lebens beantworten zu können.

Als einziges, neben meiner Gesundheit, wünsche ich mir, dass die Temperaturen nicht sinken. Gestern war es ziemlich frisch. In der Nacht hat es wieder wie aus Kübeln geschüttet und war am Vormittag deshalb ziemlich kühl. Das Thermometer erreichte zwar noch 25 Grad, aber die Brise liess mich frösteln. Deshalb wollte ich zuerst anfang August starten. Das ging aus familiären Gründen leider nicht.

 

2 Kommentare zum Beitrag “Endlose Weiten und viel Abfall am Weg”

  1. Weiterhin “Bon Cammino” ! Wenn dir mal langweilig ist, kannst du in meinen Blog reinschauen – bin den selben Weg wie du gegangen! houtschnkarl.wordpress.com

  2. Hallo Karl Heinz. Du wirst das Reststück auch noch bewältigen. Ich hab den ganzen Weg nach Assisi schon vor drei Jahren mal gemacht. Wobei ich die zweitletzte Etappe verletzt ausfallen lassen musste und nur nach Assisi gehumpelt bin. Bis dahin war ich 21 Tage unterwegs und danach ein Jahr verletzt zu Hause. Deshalb geh ich jetzt sehr gemütlich. Viel Glück und Danke schön.

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