Nette Begegnung unterwegs

Gestern Abend haben wir in einer ausgezeichneten Herberge in Le Chemin übernachtet. Wir waren wieder alleine und wurden von der Leiterin kulinarisch verwöhnt wie Gott in Frankreich. Drei Gänge Menue, ausgezeichnetes Frühstück und richtig gute Betten. Das haben wir uns ja auch verdient nach 26 Kilometern auf und ab.

Pilgerei kann nass sein

Am Morgen geht es dann weiter, wir sind uns nicht ganz einig. Ich möchte nur elf Kilometer gehen bis zum nächsten grösseren Dorf Corbigny, da ich noch nicht richtig warm gelaufen bin und Muskelkater habe. Gerhard will aber ein bisschen weiter zum Campingplatz. Ich bin nicht so ganz motiviert, da es in Strömen regnet. Wir starten heute erst um zehn Uhr und kommen gut voran. Die Landschaft ist wolkenverhangen und man sieht nicht viel von den landschaftlichen Schönheiten. So konzentriere ich mich aufs Gehen und bin schon bald durchnässt vom Regen. Was soll es, morgen soll ja wieder die Sonne scheinen. In Corbigny trennen wir uns und ich schau mich ein wenig um, ob ich ein warmes Zimmer finde, denn es ist mir ziemlich kalt. Nix gewesen, das Meiste ist geschlossen und ich gehe weiter zum Campingplatz.

Songwriter on Tour

In Cordigny habe ich noch Kaffee getrunken und eine skurrile Gestalt gesehen. Ein Radpilger sehr gut beladen. Diesen treffe ich kurze Zeit später wieder auf meinem Weg. Er hält an und fragt mich ¨wohin geht es¨. Ich erzähle im von meinem Vorhaben. Er findet das cool. Das was er macht, finde ich noch cooler. Er tingelt jedes Jahr ein paar Monate durch Europa, vor allem Frankreich und Spanien, mit dem Fahrrad. Das spezielle an Tony Black – sein Künstlername – ist jedoch, dass er seine Gitarre mitschleppt und überall Gigs veranstaltet. Er tritt in Bars und Clubs auf, als Soloartist und verdingt sich manchmal auch als Strassenmusiker. Er ist auch Songwriter und macht einen selbstbewussten Eindruck. Mit dem Fahrrad zu touren macht ihm offensichtlich Spass.

Tony Black

Kurze Zeit später erreiche ich nach 15 Kilometer Pilgerei den Campingplatz. Er ist einsam gelegen. Es hat zum Glück ein Restaurant dabei und die Speisekarte schaut ansprechend aus. Das Chalet ist ok, das Wetter klart auf und es kommt die Sonne heraus. Lassen wir uns mal überraschen, was der Abend noch bringt.

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