The way of St. Francis

Umbrien pur und herrliche Fernsicht

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23. September 2017

 

Heute steht eine lange und anstrengende Etappe auf dem Programm. Es geht nach Gubbio. Das sind rund 27 Kilometer, wobei die ersten 21 Kilometer nur ein einziges auf und ab sind. Glücklicherweise geht es über nette Strässchen und Feldwege. Ich bin anfangs alleine unterwegs. Das wird sich aber schon bald ändern. Bereits nach sechs Kilometer überhole ich ein älteres Pärchen. Sie sprechen mich an ob ich ein Eidgenosse sei, was ich natürlich verneinen muss, aber wir liegen nicht so weit auseinander, denn sie kommen aus Vorarlberg. Sie gehen von Florenz nach Rom. Nach kurzer Plauderei geh ich weiter.

Kurze Zeit später über hole ich ein paar junge Italiener, sie liegen mitten im Weg und erholen sich. Noch später komme ich an einer grösseren Gruppe von Pilgern vorbei. Sie liegen in der Wiese und halten Siesta. Es geht mir heute wesentlich besser wie gestern und habe eine bessere Moral. Die Pilgerei ist nicht immer nur toll, sondern teilweise eine Plagerei und vor allem hat man viel Zeit um sich mit sich selbst zu befassen – was ja auch nicht immer eine Gaudi ist.

Die Landschaft, die ich durchschreite, ist einfach wundervoll. Endlose Fernsicht über einsame Täler und Felder. Natur pur und schönstes Wetter. Die Sonne lacht vom Himmel herab, nur wenige Quellwölkchen ziehen vorbei. Idylle pur. Schon bald erreiche ich Raggio. Von hier sind es noch sechs Kilometer nach Gubbio, einer wichtigen Station im Lebens unseres Franz. Nachdem er sich mit seinem Vater verkracht hat und auf jeglichen Reichtum verzichtete, wanderte er zu einem Freund, um ihn um Hilfe zu bitten.

Der mit dem Wolf tanzt

In Gubbio fand auch die wunderbare Wolfzähmung statt. Der Legende nach, gab es zu der Zeit einen blutrünstigen Wolf in Gubbio, der es auch auf Menschen abgesehen hat. Niemand traute sich mehr zur Stadt hinaus. So plante der Heilige Franz, den Wolf zu zähmen. Er suchte ihn auf und machte das Kreuzzeichen über ihn und sprach mit ihm. Er einigte sich mit dem Wolf, dass er von nun an die Menschen in Ruhe lassen sollte und diese im Gegenzug für seine Nahrung sorgen würden. Als Zeichen des Einverständnisses legte der Wolf seine Pfote in die Hände Franziskus.

Eine Seilbahn für Mutige

Endlich komme ich an. Gubbio ist eine imposante Stadt mit vielen Kirchen. Ich seh mir alles an, ich fahre sogar mit der Seilbahn zur Kirche S. Ubaldo hoch, dem Wahrzeichen der Stadt. Die Fahrt ist für Menschen mit Höhenangst nicht unbedingt geeignet. Die Aussicht ist gigantisch, die Kirche schön und das Leben einfach wunderbar. So muss es sein.

Etappe: 27 Km, Hm +700/ -760

 

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